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Herrenhaus
Herrenhäuser werden früher wie heute vom Landadel und von Großgrundbesitzern bewohnt.
Hierbei handelt es sich um sehr große Häuser, die aber dennoch nicht unter die Kategorie
Schlösser fallen. Jedoch kommen Herrenhäuser einem Schloss schon recht nahe, vor allem
wegen der großen und meist künstlerisch gestalteten Anlagen drum herum. Ein Herrenhaus ist
immer der Mittelpunkt eines Gutes, wie eines Rittergutes oder eines Adelsgutes. Der Gutsherr
konnte dem Adel entstammen, was aber nicht zwingend so sein muss. In der Regel ist ein
Gutsherr nicht nur der Besitzer des Landes, sondern auch der Arbeitgeber für viele Menschen.
Auf seinem Gut konnte er oftmals auch Recht sprechen und Urteile fällen. Früher waren die
Arbeiter meist die Leibeigenen des Gutsherren und waren ihm vollkommen unterstellt. Die
ersten Herrenhäuser entstanden um 1500 und waren ursprünglich sehr schlichte aber dennoch
extrem massive Wohnhäuser. Sie bildeten grundsätzlich den Mittelpunkt der Gutsanlagen und
hatten meist einen Feldsteinsockel und ein Fachwerkaufbau. Teilweise verfügen Herrenhäuser
auch über einen Gewölbekeller und einen Anbau in Form eines Treppenturms. Zunächst gab
es nur zweiflügelige Anlagen, später wurden auch dreiflügelige Gebäude gebaut. Viele
Herrenhäuser sind heute in Schleswig-Holstein zu finden und prägen hier die
Kulturlandschaft. Bis heute sind hier viele Herrenhäuser noch bewohnt und teilweise sogar
noch im Familienbesitz. Sie sind heute der Mittelpunkt der ländlichen Güter und teilweise
auch kulturelle Treffpunkte. Gleichzeitig stehen viele Herrenhäuser unter Denkmalschutz und
stellen hohe Ansprüche an die Denkmalpflege. Mit ausreichend finanziellen Mitteln kam man
heute im Herrenhaus auch gut kaufen, allerdings muss man sich hierbei, in Bezug auf die
Sanierung und Modernisierung, durch den Denkmalschutz an viele Auflagen halten.
Andersherum gibt es aber auch viele Förderprogramme des Bundes und der Länder, die einen
Sanierung mit finanziellen Mittel oder Steuervorteilen unterstützen.